Vcore kann Fotos kabellos in Capture One übertragen, ist aber kein Ersatz für Tethering bei kommerziellen Produktionen. Es ist eher ein Nischenwerkzeug für Pre-Light-Checks, Location-Scouting, sicherheitsorientierte Perspektiven und große Entfernungen – nicht für Modeaufnahmen mit Live-Feedback oder Kampagnen mit hohem Tempo.
Was Vcore ist (und wie wir es verwendet haben)
Hollyland Vcore ist ein kompakter Video-TX, der außerdem die drahtlose Übertragung von Fotos in Capture One über das HollyLink-Plug-in verspricht.
Mein Testaufbau
-
Kamera: Fujifilm GFX100S (nicht auf Hollylands Liste der unterstützten Geräte; ich habe es außerdem mit der Nikon D850 ausprobiert, und es funktionierte ebenfalls problemlos).
-
Format: Verlustfreies RAW
-
Computer: Mac + Capture One Pro + HollyLink v2.1.0
-
Modus: Vcores P2P-WLAN (der Laptop verbindet sich mit Vcores SSID)
-
Ort: Zweizimmerwohnung; Tests mit Sichtverbindung und im Nebenraum

Installationshinweise (macOS)
-
Gatekeeper blockierte zunächst das .coplugin (nicht verifizierter Entwickler).
-
Lösung: Systemeinstellungen → Datenschutz & Sicherheit → „Trotzdem öffnen“.
-
-
Nach dem Anschließen erschien das Plug-in in C1 (Einstellungen → Plug-ins → HollyLink).

Befestigung
-
Die Passform am Blitzschuh ist locker; Hollyland legt Unterlegaufkleber bei. Sie funktionieren, aber ich würde lieber ein längeres USB-C-Kabel verwenden und das Gerät an einem Gurt oder in einer Tasche befestigen (wobei das Vergraben des Funkmoduls die Reichweite verringert).
Für wen ist das gedacht?
-
Digitaltechniker, die gelegentlich Übertragungen mit Sichtverbindung benötigen, wenn eine 10–20 m lange USB-C-Verbindung nicht sicher oder praktikabel ist.
-
Fotografen, die Außenaufnahmen erkunden, lange Brennweiten über einen Fluss/eine Straße hinweg testen oder die Kamera an schwer zugänglichen Stellen platzieren.
-
Kleine Teams, die eine einfache Pipeline nach dem Muster „Schick mir die Bilder irgendwann“ mit integrierter Sicherung wünschen.
Funktionen & Vorteile (mit echten Zahlen)
1) Pipeline „Aufnahmen kommen irgendwann an“
Funktionsweise: Vcore schreibt die Bilder zunächst auf seine microSD-Karte und leitet sie anschließend an Ihren Mac weiter.
Vorteil: Sie haben eine physische Sicherung, falls das WLAN kurz ausfällt oder Sie sich außerhalb der Reichweite bewegen.
Hinweis: In meinem Test wurde die Übertragung nach dem Trennen und erneuten Verbinden mit dem WLAN fortgesetzt.
2) Capture-One-Kompatibilität

Was Sie sehen: C1 zeigt im Kamerawerkzeug keine Kamera an. Die Dateien werden in einem festen Ordner abgelegt:
~/Pictures/CaptureOne-HollyLink/<YYYY-MM-DD>/

Vorteil: Einfacher, vorhersehbarer Import (eine Sitzung oder einen überwachten Ordner einrichten, der diesen Pfad überwacht).
Kompromiss: Kein Live-Gerätestatus, keine Fokus-/Verschlusssteuerung und keine Anzeige „verbunden“.
3) Tatsächlicher, gemessener Durchsatz
Gemessene Zeiten (verlustfreie GFX100S-RAW-Dateien):
-
Erstes Bild: ~16–25 s (im selben Raum)
-
Stapel: 11 Bilder in ~2:00
-
Nächster Raum: Latenz ungefähr verdoppelt
Warum es sich so anfühlt:

vCore-Netzwerk:
-
Band/Kanal: 5 GHz, Kanal 149
-
Kanalbreite: 20 MHz (konservativ; begrenzt die Geschwindigkeit)
-
PHY: 802.11ac, MIMO 2×2 (NSS=2, MCS 8)
-
Sicherheit: WPA2-PSK
-
Mac-Verbindungsrate: ~173 Mb/s (RSSI ≈ −51 dBm; Rauschen ≈ −100 dBm; Auslastung ≈ 0 %)
Bei 20 MHz / ac / 2×2 liegt der tatsächliche Nutzdatendurchsatz meist bei ~5–11 MB/s – das entspricht den Ergebnissen aus der Praxis, besonders sobald Wände oder Personen den SNR-Wert verschlechtern.
Vorteil: Vorhersehbarer „tröpfchenweiser“ Eingang für Erkundungs- und Sicherheitsaufnahmen.
Kompromiss: Nicht schnell genug für Fashion-/Beauty-Sets, die eine sofortige Vorschau benötigen.

4) Einfaches Ein-/Ausschalten, passt in die Tasche
-
Der interne Akku hält das Setup schlank.
-
Offener Punkt: Für ganztägige Einsätze Laden während der Nutzung / Durchgangsstromversorgung bestätigen. Realistisch solltest du an langen Tagen zwei Geräte oder eine externe Stromversorgung einplanen.
5) Freundlich für das Set, wenn Kabel es nicht sind
Worin es glänzt:
-
Außenaufnahmen mit direkter Sichtverbindung (Natur, Architektur, Dächer).
-
Sicherheits- oder zugangsbeschränkte Platzierungen (über Wasser oder Verkehr, an Klippen).
-
Kompositionstests, bevor das gesamte Team in eine riskante Position gebracht wird.
Wofür es nicht geeignet ist:
-
Schnelle Tethering-Sessions, die Live-Feedback und LAN/Internet benötigen (Frame.io Live, Live for Studio, gemeinsam genutztes NAS usw.). Wenn sich dein Mac mit Vcores SSID verbindet, bist du nicht mehr in deinem Hauptnetzwerk.
Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Funktioniert auch mit nicht unterstützter Kamera (GFX100S) | Langsames erstes Bild (16–25 s), und die Stapellatenz steigt mit der Entfernung |
| microSD-Puffer = Backup auf dem Gerät, anschließend Weiterleitung | Keine Kamerapräsenz in C1 (keine Statusanzeige/Steuerung) |
| Fortsetzen nach WLAN-Abbruch funktionierte im Test | Die Verbindung mit Vcores SSID bedeutet kein Studio-LAN/Internet |
| Klein, unkompliziert und schnell eingeschaltet | Lockerer Blitzschuh; wird mit Distanzaufklebern geliefert |
| Vorhersehbarer Hot-Folder-Pfad für den Import | 20 MHz Kanalbreite begrenzt den Durchsatz; Innenwände beeinträchtigen ihn |
| Nützliches Nischen-Tool für Erkundungs- und Sicherheitsaufnahmen | Akkubetrieben; Durchgangsstromversorgung noch offen |
Kurzes Datenblatt (was wir tatsächlich gemessen haben)
Drahtlos (aus Mac-Diagnosen & WifiMan-Scans)
-
SSID:
HLD_…(Vcore-AP) • 5-GHz-Kanal 149 • 20 MHz -
PHY: 802.11ac, MIMO 2×2 (NSS=2, MCS 8)
-
Verbindungsrate (Mac): ca. 173 Mb/s • RSSI ≈ −51 dBm • Rauschen ≈ −100 dBm
-
Sicherheit: WPA2-PSK • Kanalauslastung ≈ 0 % (saubere Funkumgebung)

Leistung
-
1. Bild: 16–25 s (im selben Raum)
-
11 RAWs: insgesamt ca. 2:00 (verlustfreie RAWs der GFX100S)
-
Reichweite: Im nächsten Raum etwa doppelte Latenz; mit Sichtverbindung deutlich besser
-
Wiederherstellung: Die Übertragung wurde nach der WLAN-Neuverbindung fortgesetzt

Dateiverwaltung
-
Ziel:
~/Pictures/CaptureOne-HollyLink/<date>/ -
Capture One: kein Kameragerät angezeigt; als Hot-Folder-Workflow behandeln
Stromversorgung & Befestigung
-
Interner Akku (Laufzeit variiert) • Der Sitz auf dem Blitzschuh ist locker; Passaufkleber enthalten
Workflow-Tipps (für eine praktische Nutzung)
-
Sitzung einrichten: Einen Capture/Selects/Hot Folder von Capture One auf
~/Pictures/CaptureOne-HollyLink/<date>/, um die Dateien beim Eintreffen zu sehen. -
Funkdisziplin: Sichtverbindung aufrechterhalten; Taschen, Körper und Metall vermeiden.
-
Stromversorgung: Das Gerät wie einen drahtlosen Karten-Dumper behandeln – eine externe Stromversorgung oder ein zweites Gerät einplanen.
-
Backup-Logik: Da microSD-Karten nach dem Prinzip „First Write“ beschrieben werden, Karten erst löschen, wenn der Import überprüft wurde.
-
Netzwerkplan: Wenn Sie LAN/Internet benötigen, sollten Sie Szenarien im Router-Modus in Betracht ziehen (testen Sie, ob Vcore einer Router-SSID beitreten kann oder ob Hollyland den Client-Modus/Bridge-Modus per Firmware unterstützt).
Zahlen, die Sie mit Kunden teilen können
-
Typisches erstes Bild: 16–25 s (verlustfreies RAW der GFX100S, P2P, ein Raum).
-
11 Bilder / verlustfreies RAW: insgesamt etwa 2:00 Min.
-
Test im nächsten Raum: Latenz bis zum ersten Bild etwa 2× so hoch wie im Ausgangsszenario.
-
Fortsetzen nach WLAN-Abbruch: In meinem Test erfolgreich; ein Verlustprotokoll ist erforderlich, um das vollständige Fehlen fehlender Bilder zu bestätigen.
Wunschliste für Hollyland
-
macOS-Notarisierung, damit sich das Plug-in ohne Gatekeeper-Probleme installieren lässt.
-
Capture-One-Gerätestatus (selbst wenn es nur eine „virtuelle Kamera“ ist), um den Verantwortlichen mehr Sicherheit zu geben.
-
Client-/Bridge-Modus, damit Laptops während des Empfangs im Studio-LAN/Internet bleiben können.
-
Arretierbare Blitzschuh- oder Cage-Halterung – die Distanzaufkleber abschaffen.
-
Dauerhaften Datendurchsatz veröffentlichen für gängige RAW-Größen; außerdem eine Warteschlangen-/ETA-Anzeige auf dem Bildschirm hinzufügen.
- Unterstützung für externe Akkus und/oder Durchleitungsstromversorgung.
Fazit
Kein Kabelkiller. Aber als mobile Lösung, um Bilder irgendwann zu übertragen – mit einem redundanten microSD-Backup – verdient sich Vcore einen Platz im Kit. Setzen Sie es gezielt ein: für Tests, Erkundungen, lange Aufnahmen und riskante Platzierungen. Für Tethering mit hohem Tempo und eine für Kunden entscheidende Live-Ansicht ist ein 10–20-m-Kabel mit ordentlicher Kabelführung weiterhin die bessere Wahl.
HINWEIS: Vielleicht ist Ihnen die .NEF-Datei im Screenshot des Hot-Folder-Pfads aufgefallen. Ja, ich habe zunächst mit einer Nikon D850 getestet, bevor mir klar wurde, dass die Datei in einem Hot Folder und nicht im Capture-One-Ordner landet. Deshalb dachte ich, es würde nicht funktionieren, aber das tat es. 14 Sekunden für das erste Bild.